09. Juli 2026 · Berlin-Spandau
rbb-„NachtSicht" unter der Warschauer Brücke: Schlechte Inszenierung statt echter Berichterstattung
BERLIN – Der Underground Harmony e.V. verurteilt die verzerrende und effektheischende Darstellung der Berliner Rave-Kultur im rbb-Beitrag vom 05. Juli 2026 aufs Schärfste. Was Reporter Marcel Trocoli Castro als Dokumentation eines „illegalen Raves" inszeniert, ist aus Sicht des Vereins journalistische Arbeitsverweigerung, die berauschte Personen vorführt und ein Zerrbild der Clubkultur zeichnet.
In dem Beitrag über eine angebliche illegale Party unter der Warschauer Brücke fokussiert sich die Redaktion ausschließlich auf stark alkoholisierte Einzelpersonen. Dass der Reporter die bloße Anwesenheit des im Beitrag präsentierten „Veranstalters Tim", der lediglich eine private SOUNDBOKS per Smartphone steuert, zu einem repräsentativen „Rave" hochstilisiert, zeigt aus Sicht des Vereins fachliche Inkompetenz in der Bewertung subkultureller Realitäten.
Eine spontane, unregulierte Sauf-Party von Passanten steht in keinem erdenklichen Zusammenhang mit dem Spirit, den Werten und den logistischen wie sozialen Konzepten eines echten Raves.
Konstruierte Dramatik statt journalistischer Distanz
Absurder Höhepunkt des Beitrags ist aus Sicht des Vereins das Ende: Nach einer angeblichen Auseinandersetzung mit einem Partygast inszeniert sich der Reporter selbst, indem er eine private Sprachnachricht an seinen Redakteur in den fertigen Beitrag einbaut. Diese dokumentierte Selbstdarstellung entlarve das eigentliche Ziel des Beitrags: Es sei nie um die Abbildung von Kultur gegangen, sondern um die Konstruktion eines gefährlichen, chaotischen Narrativs zur Einschaltquoten-Generierung.
„Marcel Trocoli Castro liefert hier keinen Journalismus, sondern ein mediales Schauturnen auf Stammtisch-Niveau. Wer echte Raves unter der Warschauer Brücke mit einer unregulierten Sauf-Party verwechselt, verkennt die organisatorische und kulturelle Arbeit, die hinter unserer Community steht."
„Wir fordern den rbb auf, dieses durch Vorurteile geprägte Sendeformat zu überdenken und sich für die stigmatisierende Berichterstattung bei der Berliner Kulturszene zu entschuldigen."
Über den Underground Harmony e.V.
Der Underground Harmony e.V. wurde im Jahr 2025 gegründet und ist ein offiziell anerkannter, gemeinnütziger Verein. Wir setzen uns aktiv für den Schutz, den Erhalt und die gesellschaftliche Anerkennung subkultureller Freiräume und der elektronischen Musikszene in Berlin ein.
Registergericht: Amtsgericht Charlottenburg
Registernummer: VR 41974 B
Website: https://underground-harmony.de